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Die Stadt Tabarka
Das beschauliche Hafenstädtchen Tabarka gilt als nördlichste Ferienregion Tunesiens und befindet sich in einer weiten Bucht, im nordwestlichsten Landesteil, unweit der Grenze zu Algerien. Abseits des Massentourismus lassen sich hier idyllische Strände, dichte Wälder und malerische Buchten entdecken. Tabarka ist ein Erlebnis, nicht nur für Individualisten, ein Aufbruch in das lebendige, grüne Herz Tunesiens.
Die Geschichte Tabarkas beginnt im 5. Jahrhundert v. Chr., mit der Gründung des phönizischen Handelsstützpunktes "Thabraca". Unter römischer Herrschaft wuchs die Bedeutung des Handelshafens. Die Türken und Genuesen errichteten mächtige Festungsanlagen, welche französische Truppen, bei der Besetzung Tabarkas 1881, zerstörten.
Französisch geprägt ist Tabarka noch heute. Geradlinige Straßenzüge und helle Kolonialbauten bestimmen das Stadtbild. Architektonische Meisterwerke sind in Tabarka eher selten. Die Stadt punktet mit ihrem freundlichen Charme, der faszinierenden Natur und steinernen Relikten seiner großen Vergangenheit.
Auf der Festungsinsel, welche mit dem Festland durch einen Damm verbunden ist, thront das Fort Gènois, eine Festung der Genuesen aus dem 17. Jahrhundert. Die altehrwürdigen Mauern bieten eine herrliche Aussicht auf Tabarka.
Erreicht man das westliche Ende der Strandpromenade, erblickt man die Aiguillas Felsen. Die bizarren Gebilde ragen 25 Meter hoch in den Himmel und gelten als Wahrzeichen Tabarkas.
Die Basilika "Von den weißen Vätern" blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Beherbergte sie doch, neben einer römischen Zisterne, bereits eine katholische Kirche und ein Museum. Heute geben sich, jährlich in den Sommermonaten, die größten Namen des internationalen Jazz beim Tabarka Jazz Festival die Mikrophone in die Hand. Begleitend dazu erwartet die Jugendlichen Tunesiens in der Sommeruniversität ein breites Rahmenprogramm.
Museumsfreunde können in einer Korkfabrik eine Ausstellung besuchen, in der das, in Tabarka beheimatete, Handwerk vorgestellt wird. Im Hotel de France kann das Zimmer besichtigt werden, in dem der ehemalige Präsident Bourguibaon einst von den Franzosen unter Hausarrest gestellt wurde.
Entlang der Avenue Habib Bourguiba reihen sich zahlreiche Geschäfte und Souvenirshops aneinander. Für die tunesische Stadt typische Mitbringsel sind Korallenschmuck, Waren aus Kork, Schnitzarbeiten aus Oliven- oder Eichenholz, sowie die begehrten Pfeifen aus dem besonders robusten Holz der Baumheide.
Tabarka gilt als Geheimtipp für Aktivurlauber und Erholungssuchende. Seinen persönlichen Strandabschnitt wird jeder finden, entlang der 7 Kilometer langen Küstenlinie Tabarkas. Was für Europäer angenehm empfunden wird, ist für Tunesier eher ungewöhnlich. Das Klima ist rauher und die Temperaturen deutlich niedriger als in anderen Landesteilen. Badesaison herrscht von Mai bis Oktober. Ungeübte Schwimmer sollten das offene Meer nicht unterschätzen. Häufig toben Stürme, die extremen Wellengang verursachen. Die Hotels bieten, mit ihren Poolanlagen, besonders Familien mit Kindern, willkommene Alternativen.
Tabarka gilt als Mekka für Taucher und besitzt die größte Tauchbasis Tunesiens. Hervorzuheben sind das besonders klare Wasser, sowie die reiche Unterwasserwelt der Korallenküste. Wracktaucher kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Naturbeobachter am "Riff der schwarzen Korallen", oder dem "Felsen der Zackenbarsche". Der Tauchernachwuchs wird kompetent unterrichtet und für geübte Taucher werden Ausflüge zu den Îles de la Galitè angeboten, wo, mit etwas Glück, Mönchsrobben und Meeresschildkröten anzutreffen sind.
Hoch über der Steilküste erhebt sich ein weiteres Eldorado für aktive Urlauber. Inmitten von Pinienwäldern liegt einer der schönsten Golfplätze Tunesiens. Das elegante Herrenhaus, eine Golfschule und ein traumhafter Meerblick sorgen für den perfekten Rahmen der 18 Loch Anlage.
Tabarka ist umgeben von den Hängen der Kroumirie Berge mit ihren uralten Korkeichenwäldern. Gut ausgeschilderte Wanderwege erschließen das faszinierende Hinterland Tabarkas. Besonders reizvoll ist eine Wanderung zum 800 Meter hoch gelegenen Dörfchen Aiu Draham. Warme Thermalquellen ermöglichen hier modernste Thalassoanwendungen.
Kulturinteressierte sollten die römischen Ausgrabungsstätten in der Umgebung Tabarkas besuchen. Bulla Regia beeindruckt mit unterirdischen Wohnanlagen, Thermen und einem Theater. Dougga gilt als besterhaltene römische Stätte Afrikas. In Chemtou finden sich die Abbaustätten des numidischen Marmors, welcher der Region einst zu Wohlstand verhalf.
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