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Sousse - eine Stadt in Tunesien
Sousse ist eine Hafenstadt im Süden des Golfes von Hammamet, am Mittelmeer. Die drittgrößte Stadt Tunesiens gilt als eines der bedeutendsten Ferienzentren des Landes und bildet die Metropole des Sahel, eines fruchtbaren Küstenstreifens, welcher sich von Hammamet nach Mahdia erstreckt.
Im 9. Jahrhundert gründeten die Phönizier hier ihren Handelsstützpunkt "Hadrumetum". Unter römischer Herrschaft erlangte die Ansiedlung wirtschaftliche Blüte. Im 7. Jahrhundert brachte Oaba Ibn Nafi, Statthalter von Ifriqiya, Tod und Verwüstung über den Ort. Um 800 erfolgte die Neugründung durch die Aghlabiden. Sousse wurde zu einer wichtigen Hafenstadt, welche als Basis für die arabischen Eroberungszüge nach Sizilien diente.
Auf diese Zeit zurück geht auch die Entstehung der Medina, einer der schönsten Altstädte Tunesiens. 821 entstand der mächtige Festungsbau Ribat, als Grenzbefestigung des islamischen Gebietes. Die Anlage besaß militärischen, sowie auch religiösen Charakter. Im Obergeschoss befanden sich eine Moschee, Wohnmöglichkeiten, sowie der Wehrturm. Um den Innenhof gruppierten sich diverse Lagerräume, auch eine alte Olivenpresse ist noch erkennbar.
Zehn Jahre später wurde die Kasbah, eine imposante Festungsanlage, über der Stadt erbaut. Dem Bauwerk wurde ein, nach dem Eunuchen Khalaf al-Fatâ benannter, Turm hinzugefügt, welcher heute als Leuchtturm funkiert und das Wahrzeichen der Stadt Sousse darstellt. In die Räume der Kasbah hat das Historische Museum Einzug gehalten. Dokumentiert werden die Einflüsse der Phönizier, Türken, Römer und Byzantinier. Hervorzuheben sind eine Vielzahl römischer Mosaike aus vorchristlicher Zeit.
Die Große Moschee wurde um 850 errichtet und in den folgenden Jahrhunderten mehrmals vergrößert. Als architektonische Kuriosität gilt das gedrungene Minarett. Der fehlende Turm verleiht der Anlage ein festungsähnliches Aussehen. Im Schatten der Großen Moschee entfaltet sich in den engen belebten Gassen der wahre Zauber des Orient. Unzählige Läden und Handwerkerstände bieten eine schier unerschöpfliche Auswahl an Stoffen, Goldschmuck, Lederwaren und Teppichen. Eine große Anziehungskraft besitzen auch die Gewürzstände, mit ihren unnachahmlichen Düften. Bereits um 840 entstand die Bou-Fatata-Moschee. Das Gotteshaus trägt die älteste sakrale Inschrift Nordafrikas.
Das Museum dar Essid entführt in die Osmanische Zeit. Die einstige Wohnstätte eines reichen Patriziers um 1800 haben liebevolle Hände wieder erstehen lassen. Antiquitäten und Gebrauchsgegenstände wurden originalgetreu angeordnet. So ziert Marmor aus Carrara das Badezimmer, während Fliesen aus Andalusien der Küche ihr Gepräge verleihen und Parfümflacons auf Frauengemächer hinweisen. Alle in dem ansprechenden Museum ausgestellten Uhren entstammen deutscher Produktion.
Die einstige Karawanserei von Sousse beherbergt das Völkerkundemuseum Kalaout el Koubba. Thematisiert wird hier der Alltag tunesischer Familien in den letzten 100 Jahren. Der besondere Reiz dieser Ausstellung liegt in der authentischen Darstellung, welche durch lebensgroße Figuren erzielt wird. Läden, Werkstätten und eine Hochzeitsgesellschaft bilden das Kernstück des Museums.
1888 entdeckten die Franzosen die Katakomben von Sousse. Christen bestatteten hier bis zum 3. Jahrhundert ihre Toten. Die Anlage zählt zu den besterhaltenen der Welt. Ein etwa 300 Meter langer Teil wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Entlang der engen, schwach beleuchteten Gänge reihen sich 105 in den Tuffstein getriebene Nischen aneinander, welche die sterblichen Überreste aus frühchristlicher Zeit enthalten.
Wenn auch Sousse als eine der kulturträchtigsten Städte Tunesiens gelten mag, so zieht es eine Vielzahl Touristen aus aller Welt ebenso zum Badeurlaub hierher. Die kilometerlangen weißen Sandstrände gelten als Eldorado für Wassersportler, Sonnenanbeter und Familien mit Kindern. Vielfältige Freizeitangebote runden den Strandaufenthalt ab. So stehen Katamarane, Tretboote und Wasserski zur Auswahl. Sehr beliebt ist auch eine Strandwanderung nach Port el Kantaoui, einem modernen Touristenzentrum mit einem sehenswerten Yachthafen. Wer die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen möchte, kann "Petit Train", die kleine Eisenbahn, nutzen.
In malerischer Lage, zwischen Dünen, sanften Hügeln und Olivenhainen, entstand eine 27 Loch Panorama-Golfanlage von Weltformat. Perfekt in die Landschaft integriert, bildet sie die Kulisse für die Tunesischen Golfmeisterschaften und stellt eine wahre Herausforderung für jeden Golfbegeisterten dar.
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