|
Tour durch die Wüste Tunesiens
Eine Tour in die Wüste zählt sicher zu den abenteuerlichsten Erlebnissen, die Tunesien dem Urlauber zu bieten hat.
Dabei wird die Intensität der Erfahrung außergewöhnlich stark vom gewählten Reisemittel beeinflusst.
Am bequemsten ist es, im Hotel oder gleich von zu Hause aus, eine "Comfort-Tour" zu buchen. Mit klimatisierten Reisebussen, einer geschulten Reiseleitung und gebuchten Übernachtungen in Hotels mit gutem Standart kann eigentlich nicht viel schief gehen.
Abenteuerlicher und unbequemer, dafür trotzdem teurer, sind die sogenannten "Geländewagen-Safaris", bei denen Fahrer und Campingausrüstung gestellt werden. Die meisten Ferienplätze an der Küste organisieren solche Touren vor Ort.
Unabhängiger ist man mit einem eigenen Geländewagen, Abenteurer reisen gleich selber an, aber natürlich werden in Tunesien auch Mietwagen angeboten. Dringend abgeraten werden muss allerdings denjenigen, die nicht darin geübt sind, ein stecken gebliebenes Fahrzeug selber wieder frei zu bekommen oder die eine andere Reparatur am Wagen eigenhändig auszuführen. Auch sind die Schotterpisten im Süden, sofern sie sich überhaupt noch als Straßen bezeichnen lassen, alles andere als ausgeschildert, sondern meist regelrecht "vom Winde (und vom Wüstensand) verweht" und deshalb nicht einfach zu erkennen.
Per Pferd, Kamel oder Fahrrad ist ein Ausflug in die Wüste sicher reizvoll, ohne entsprechende sportliche Erfahrung zuhause ist aber auch hier, zumindest von einer mehrtägigen Tour, abzuraten. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, wenn einem ein ortskundiger Führer zur Seite steht.
Doch, bei aller zu ratenden Vorsicht: Eine Tour in die Wüste ist ein "Muss" und wer die angemessenen Regeln beachtet, wird durch die Schönheit und Ursprünglichkeit dieser Landschaften unwiederbringlich verzaubert.
Verlässt man bei Gabes die Küstenregion, führt der Weg schon bald duch eine karge Halbwüste. Immer weniger Palmen sind am Wegesrand zu sehen, das Buschwerk weicht allmählich und bald steigen wellenartige Sanddünen empor. Hinter dem Gebirgszug des "Djebel Tebaga " führt die Straße nach Kebili, das als Umschlagsplatz für schwarze Sklaven bis zum Ende des 19.Jahrhunderts berühmt-berüchtigt war.
Hält man sich südwärts in Richtung Douz, erwarten den Reisenden riesige Dünen aus Sand, die auch immer wieder die Straße zuwehen. Douz selber, eine Oasenstadt, lockt mit einem Gewirr aus schmalen Gässchen und niedrigen ockerfarbene Häusern. Sandpisten führen in alle Richtungen von Douz aus in den Süden. Bis zur libyschen Grenze gibt es 350 km lang nichts weiteres mehr als Schotterpisten, endlose Sanddünen und grandiose Sonnenuntergänge.
Wüstentouristen, die sich von Kebili lieber nach Westen wenden, erwartet eine abstrakte Landschaft aus Salz, Wasser und Luftspiegelungen. Salzablagerungen aus alten Zeiten, als das Mittelmeer die Sahara überflutete und sich anschließend wieder zurückzog, ließen riesige Salzseen entstehen.
Hier trifft man auf den größten von ihnen, den Chott el-Djerid.
Doch was wäre die Wüste ohne Oasen? Üppige Gärten, in denen Sonne und Früchte, Schatten und Quellen ans Paradies erinnern. Insbesondere Nefta, die größte Oase Tunesien, wird auch von den "Touren-Bussen" gerne angefahren. 350000 Palmen wachsen hier auf 1100 Hektar Land. Von einem Ende der Sahara bis zum andern, gilt die Dattelpalme als der Inbegriff des Lebens in der Wüste.
Ebenso schön wie der Palmenhain von Nefta ist Tozeur. Dort werden im "Wüstenzoo" die Tiere der Region, Gazellen, Wüstenfüchse und Schakale, gehalten.
So ist es gerade der Wechsel zwischen der Fahrt durch die Wüste mit ihrer grenzenlosen Weite und der üppigen Vielfalt der Oasen, die den Reiz einer Wüstentour ausmachen.
|
|