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Der Ribat von Sousse: Beeindruckend gut erhalten


Der Ribat von Sousse steht in Meckenbeuren am Bodensee. Nein, das ist kein Schreibfehler, sondern die berühmte Wehrburg ist wirklich im Süden Deutschlands zu sehen – allerdings im Format eins zu 25. Nachbildungen der 80 schönsten Bauwerke der Welt stellt dort nämlich der Park Minimundus aus – der Ribat von Sousse gehört dazu. Er zählt zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten Tunesiens.

Der Ribat ist eine arabische Festung, die quadratisch und etwa 38 mal 38 Meter groß ist. Er ist aus den für Sousse typischen Steinquadern von heller, fast goldener Farbe, erbaut. Das Eingangstor befindet sich an der Südmauer, es wurde als Doppeltor angelegt – so sollte es mehr Sicherheit bieten. Umgeben ist es von zwei korinthischen römischen Säulen und einem fast gotisch anmutenden Kreuzgratgewölbe. Um den weiten Innenhof im Untergeschoß gruppieren sich Lager- und Wirtschaftsräume, die Küche und die Zellen der Bewohner.

 

 

 

Auch die Reste einer Olivenpresse sind zu sehen. Im Obergeschoß befindet sich die kleine Moschee des Ribat mit dem Mihrab, einer islamischen Gebetsnische, die anzeigt, in welche Richtung gebetet werden muss. Außerdem finden sich hier weitere Wohneinheiten und der Wehrturm. Da der Ribat vorrangig eine militärische Funktion zu erfüllen hatte, ist seine Architektur schlicht und schmucklos, ja fast schon militärisch streng. Er ist eine mächtige Trutzburg, die Feinde abwehren und die Bewohner schützen sollte.

Über dem Tor zum Wachturmaufgang zeugt die Gründungsinschrift auf einer kleinen Tafel davon, wann der Ribat erbaut wurde: Im Jahr 821 ließen die Aghlabiden die Festungsanlage errichten. Die arabische Dynastie wollte so ihre Macht nach außen sichern. Der Ribat von Sousse ist Teil einer ganzen Kette von Grenzfestungen, die zu jener Zeit an der Grenze des islamischen Gebietes gebaut wurden. Sie dienten vor allem der Verteidigung des islamischen Reiches gegen Gefahren, die von der Ostküste her drohten.

 

Der Ribat von Sousse war also ein Instrument des Heiligen Krieges – zumal die Aghlabiden von den Herrschern Bagdads den kriegerischen Auftrag erhalten hatten, Nordafrika zu erobern und für den Islam zu gewinnen. Der Ribat von Sousse ist zwar nicht die erste dieser Wehrburgen, die errichtet wurde – das war der Ribat von Monastir Ende des 8. Jahrhunderts – aber diejenige, die heute noch am besten in ihrer Originalform erhalten ist. Das macht ihn zu einer beliebten Sehenswürdigkeit in Tunesien.

Der Ribat von Sousse hatte zugleich militärischen und religiösen Charakter. So wohnten in ihm kampfbereite Soldaten in mönchsartiger Abgeschiedenheit. Sie bereiteten sich darauf vor, im Kampf gegen die Ungläubigen ihr Leben zu lassen und einen Märtyrertod zu sterben. Zusammen mit diesen Almurabiten lebten in der Festung aber auch Gelehrte, die die Soldaten moralisch unterstützen sollten. Die einzelnen Ribats der Kette von Befestigungsanlagen an der Grenze des Reiches waren alle in Sichtweite voneinander gebaut worden, um eine Kommunikation durch Signale wie Rauch oder Licht zu ermöglichen. So ist vom Ribat in Sousse aus auch der rund 25 Kilometer entfernte Ribat in Monastir zu sehen.

 



Vom Wachturm des Ribats aus bietet sich überhaupt ein sehr schöner Blick auf Sousse, den Hafen und die Souks – denn die Wehrburg liegt mitten in der Altstadt der drittgrößten Stadt Tunesiens. Deswegen verlor der Ribat teilweise seine militärische Funktion, als schon im Jahr 859 eine mächtige Stadtmauer um die Medina (Altstadt) errichtet wurde. Ein zusätzlicher Schutz war nötig, da die Aghlabiden Sousse zu einer wichtigen Hafenstadt und zu einem bedeutenden militärischen Stützpunkt machten. Heute ergänzen sich die trutzigen Bauwerke zu einem wunderschönen Ensemble – die Altstadt von Sousse gehört seit 1988 auch zum Weltkulturerbe der Unesco.

Der Ribat von Sousse ist täglich von 8 bis 19 Uhr, im Winter nur von 8 bis 17:30 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt kostet 2,5 Tunesische Dinar (TND).



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