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Ribat of Harthema - Tunesien
Erbaut wurde der große Ribat of Harthema in Monastir im Jahr 796 vom
Aghlabiden Harthema Ben Ayan, der in der Armee des berühmten Harun
el-Raschid seinen Militärdienst versah.
Die Bezeichnung "Ribat" ist arabisch und bedeutet "Festung." Gemeint
ist ein befestigtes Gebäude, in dem Truppen stationiert sind zur
Verteidigung der Grenzen der islamischen Kultur (dar al-islam) gegen
das Gebiet der Ungläubigen (dar al-harb) So sollte diese Festung, genau
wie die anderen, die an der nordafrikanischen Küste entlang gebaut
wurden, nicht nur Schutz vor Piraten bieten, sondern auch vor Angriffen
der Christen schützen. Allerdings wurden sie auch zum Ausgangspunkt für
Glaubenskämpfe, von Tunesien aus vor allem gegen Sizilien und Malta.
Gleichzeitig kann man den Ribat als eine Art "Wehrkloster" bezeichnen,
denn die Festungen wurden nicht nur von Soldaten bewohnt, sondern auch
von islamischen Gelehrten, den "Mudschahiddins", die den Kämpfern den
religiösen Halt gaben, bevor sie in den "Dschihad" zogen.
Im frühen 10.Jahrhundert galt der Aufenthalt im Ribat of Harthema als
besonders verdienstvoll: "Nur drei Tage Dienst in den Mauern des Ribat
von Monastir öffnen die Tore ins Paradies", hieß es sogar und im Laufe
des 11. Jahrhunderts wurde Monastir zur heiligsten Stadt Tunesiens. Das
Erbauen oder Erweitern eines Ribats galt als frommes Werk. Für Scharen
von Pilgern galt der Ribat von Harthemna als Wallfahrts- und
Mediationsort zu religiösen Anlässen wie dem "Ramadan". Der weitläufig
angelegte Friedhof neben dem Ribat wurde ein begehrter Begräbnisplatz.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Ribat von Monastir immer wieder
umgebaut. Als Vorlage galt ursprünglich der Ribat von Sousse. Zuletzt
nutzten die Franzosen den Ribat als Kaserne.
Zwei mächtige Tore führen in den Innenhof, um den die einstigen Wohn-
Gebets- und Wirtschaftsräume gruppiert sind. In den oberen Stockwerken
lagen die Zellen der "Murabatin", der Mönchskrieger. Vom Innenhof des
großen Ribat führt ein Gang zum dahinterliegenden Hof des kleineren
Frauen-Ribat, der einen eigenen Gebetsraum besaß.
Der massige, nördliche Rundturm, der "Nador", kann bestiegen werden.
Von dort hat man eine grandiose Aussicht über die Festungsanlage und
die benachbarte große Moschee, sowie über die Uferpromenade und die
Stadt Monastir.
Der ehemalige Gebetssaal im ersten Stock des Ribats beherbergt heute
ein kleines "Museum für Islamische Kunst", das unbedingt sehenswert
ist. Ausgestellt werden Gläser aus der Fatimiden- und Abassidenzeit,
Töpferwaren, eine Münzsammlung aus dem 10. und 11. Jahrhundert, seltene
Papyrusrollen aus dem 8. und 9. Jahrhundert, Buchbindearbeiten aus der
Epoche der Aghlabiden und als Prunkstück der Sammlung ein
astronomisches Meßinstrument, ein Astrolabium aus Cordoba von 927.
Selbst heute noch wird der Ribat of Harthema ständig renoviert und
ausgebessert, da er immer wieder als Filmkulisse für monumentale
Bibelverfilmungen dient. Auch "leichtere Kost" wie Monthy Pythons
"Leben des Brian" wurde hier gedreht.
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