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Die Festung Borj El Kebir


Im Süden der tunesischen Insel Djerba liegt die Festung Borj El Kebir auf einer Halbinsel. Sie zählt zu den größten Attraktionen des Urlaubsparadieses. Von El Quantara aus fährt man noch etwa 12 Kilometer nach Süden. Die Lage direkt an der Küste ermöglicht einen phantastischen Blick von ihren Zinnen auf das weite Meer aber auch auf die ganze Insel.

Neben dem Namen "Borj El Kebir" wird auch der Name "Borj Ghazi Mustapha" verwendet, was so viel wie "große Festung" bedeutet.

Borj El Kebir blickt zurück auf eine bewegte Vergangenheit . Schon die alten Römer hatten an dieser Stelle eine erste Burg auf Djerba errichtet. Aber der eigentliche Erbauer der Festung war der Admiral von Sizilien und Aragon, Roger de Lluria. 1289 errichtete er auf den Resten der alten Befestigungsanlage der Römer das neue Kastell. Viele der alten Steinquader wurden wiederverwendet und in das Bollwerk integriert.

 



Im 16. Jahrhundert überfielen türkische Piraten die Insel Djerba und führten viele Jahre eine Schreckensherrschaft. Ihr legendärer Kapitän Dragut wußte auch die Bedeutung von Borj El Kebir zu schätzen und sorgte 1557 für die Verstärkung der Befestigungsanlagen. 1560 rückte eine spanische Garnison an, um die Piraten von der Insel zu vertreiben.

 

Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen es den Spaniern zunächst gelang die türkischen Piraten zu vertreiben. Noch im selben Jahr allerdings kamen die Piraten zurück und rotteten die ganze Garnison, die aus 6000 Soldaten bestand, komplett aus. Nach einer Sage ließen sie mehrere tausend Menschen köpfen. Noch bis in das 18. Jahrhundert sollen die Köpfe in einem Turm der Festung aufbewahrt worden sein.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert wurden an den Ecken des Monuments Verstärkungen angebracht, die allerdings von den Ottomanen wieder entfernt wurden. Die Veränderungen der türkischen Soldaten hatten zur Folge, dass nur sehr wenige Überreste aus der Zeit der Sizilianer übrig blieben.

 



Wenn man sich dem Denkmal nähert, ist man zunächst enttäuscht von der schmucklosen Fassade. Der Grundriss der Anlage ähnelt einem Quadrat, das von runden und eckigen Türmen flankiert wird. Eine Zugbrücke über den Wassergraben führt in den Innenhof. Durch die Eingangstür gelangt man in einen Vorhof, der zur Verteidigung des eigentlichen Innenbereichs diente.

In den Räumen der ehemaligen Garnison ist heute ein Museum untergebracht, in dem viele interessante Exponate aus der wechselvollen Geschichte Djerbas ausgestellt werden. Im Winter kann man das Museum zwischen 9.30 Uhr und 16.30 Uhr besichtigen. Im Sommer zwischen 8.00 Uhr und 12.00 Uhr und nach einer Pause von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr.



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