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Cap Bon: Der Garten Tunesiens


Wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt eine Zitrone, eine Orange oder eine Mandarine kaufen, dann werfen Sie einen Blick auf das Etikett: Es ist gut möglich, dass diese Zitrusfrucht vom Cap Bon in Tunesien kommt. In der Antike war die Halbinsel die Kornkammer Roms, heute wird sie „Garten Tunesiens“ genannt. Wegen des ausgezeichneten und ganzjährig milden Klimas wachsen auf Cap Bon unzählige Obst- und Gemüsesorten. Darunter sind neben den Zitrusfrüchten auch Oliven, Feigen und Granatäpfel. Zudem wird auf Cap Bon viel Wein und – noch heute – viel Getreide angebaut.

Cap Bon ist keine Insel Tunesiens, sondern die Bezeichnung für eine Halbinsel im Norden Tunesiens, sie liegt zwischen den Golf von Tunis und dem Golf von Hammamet. Genauer gesagt aber heißt nur die äußerste Nordspitze der Halbinsel Cap Bon, das Kap hat aber dem ganzen Landstrich seinen Namen geliehen. Vom Kap aus sind es nur noch etwa 140 Kilometer bis nach Sizilien, der größten Insel im Mittelmeer. Die beliebtesten und bekanntesten Badeorte Tunesiens liegen auf oder in der Nähe der Halbinsel, was das Cap Bon zu einem beliebten Urlaubsziel macht. Die blühende Natur, die interessanten Städte und die langen, flachen Sandstrände locken viele Touristen an. Hammamet und Nabeul sind die größten Touristenzentren hier in dieser Gegend.

 



Die Landschaft auf Cap Bon ist äußerst vielfältig, was die Halbinsel auch ideal für eigene Entdeckungsreisen abseits des Pauschaltourismus macht. Idealer Ausgangspunkt hierfür ist die Stadt Nabeul, sie ist die Provinzhauptstadt und kann somit die beste Verkehrsanbindung vorweisen. Ob per Auto oder per Fahrrad – eine Rundfahrt durch das abwechslungsreiche Cap Bon lohnt sich. Während bei Hammamet oder Nabeul die Sandstrände flach und weitläufig sind, lockt im Nordwesten der Halbinsel eine wildromantische Küste mit steilen, zerklüfteten Felsen und einsamen Badebuchten. Auf bewaldete Berge und schroffe Gipfel trifft man hier ebenso wie fruchtbare Täler und farbenfrohe Obstplantagen.

Auch der Kurort Korbous lohnt einen Ausflug: In dem Heilbad werden unter anderem Rheuma, Arthritis oder Hautkrankheiten behandelt. Bis zu 60 Grad heiße Quellen gibt es hier. Aber auch Hammamet ist als Kurort bekannt. Hammamet ist der meistbesuchte Badeort ganz Tunesiens. Schon in der Antike wurde hier gebadet, der Name der Stadt leitet sich vom arabischen Wort Hammam für Bad ab. Hammamet kann also auf eine große Tradition als Urlaubsort zurückblicken. In der sehenswerten Altstadt (Medina) findet sich ein türkisches Bad aus dem 15. Jahrhundert, das auch von ausländischen Besuchern benutzt werden darf. Die Große Moschee, die Kasbah und die Stadtmauer der Medina fügen sich zusammen zu einem orientalisch anmutenden, wunderschönen Ensemble. Über den breiten Sandstrand gelangt man zum Erholungsgebiet Hammamets, in dem zahlreiche Diskotheken, Bars, Cafés, Restaurants und Läden auf Gäste warten.

 



Nabeul an der Südküste dagegen ist bekannt als Töpfer- und Keramikzentrum Tunesiens. Wunderschöne Töpferarbeiten oder auch Kacheln können hier erstanden werden. Außerdem machen sich die Menschen in Nabeul die Blumen und blühenden Sträucher zunutze, die auf der Halbinsel Cap Bon wachsen. Sie destillieren daraus ätherische Öle wie Rosen-, Jasmin-, Orangenblüten- oder Bergamotteöl und stellen duftende Parfüme her. Lohnenswert ist ein Besuch Nabeuls vor allem freitags, dann findet der traditionelle Kamelmarkt statt. In der Hauptsaison übersteigt die Anzahl der Besucher manchmal allerdings die Anzahl der Dromedare.

Ein Kleinod ist die Ruinenstadt Kerkouane an der Ostküste von Cap Bon. Das Ausgrabungsgelände offenbart die vermutlich einzig erhaltene punische Stadt; die Punier gelten als die Vorfahren der heutigen Tunesier. Die ältesten punischen Objekte, die gefunden wurden, wurden auf das 6. Jahrhundert vor Christus datiert.

Das Cap Bon ist für Pauschal- und Individualurlaub bestens geeignet. Zu erreichen ist es entweder vom Flughafen Monastir aus (Bustransfer ein bis zwei Stunden) oder von Tunis aus (Bustransfer etwas mehr als eine Stunde).



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