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Ausflugsziel Tunesien- Piratenschifftour

 

Tunesien ist sicher eines der attraktivsten Urlaubsziele in ganz Nordafrika, und zwischen Hippo Regius und dem alten Kathargo nahe Tunis gibt es noch heute unzählige Highlights zu entdecken. Die Rede ist allerdings nicht von Kairouan mit seiner malerischen Altstadt, das nach Mekka, Medina und Jerusalem die bedeutendste Pilgerstätte des Islam ist und auch nicht vom "Kolosseum" von El Djems, einem der besterhaltenen Amphitheater der Welt.

Tunesiens neue Attraktion knüpft an das altehrwürdige Handwerk der Piraterie an, die vor den Küsten Tunesiens blühte. Im Gegensatz zur karibischen Piraterie ist dieses Kapitel nordafrikanischer Geschichte weitgehend in Vergessenheit geraten.

 

 

 

Die "Barbareskenstaaten" des Maghreb, die nur nominell vom mächtigen Osmanischen Reich abhängig waren, widmeten sich mit großem Erfolg dem traditionsreichen Handwerk der Piraterie und kaperten vor allem spanische und genuesische Schiffe. Eine Art tunesischer Francis Drake war der Pirat Chaireddin Barbarossa ( 1475-1546), der im Einvernehmen mit König Francois I. von Frankreich, dem Intimfeind Karls V., nicht nur Schiffe kaperte, sondern sogar Beutezüge an der spanischen und italienischen Küste unternahm.

 

 

Piratenschiff Tunesien

 

 

Die nordafrikanischen Piraten waren Kaiser Karl V. ein solcher Dorn im Auge, dass er 1541 ein Expeditionskorp nach Algier schickte, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Die tunesischen Korsaren waren noch im 18. Jahrhundert äußerst aktiv, und noch zu Goethes und Seumes Zeiten war es durchaus nicht sicher, dass die Reisenden tatsächlich sicher zum "Spaziergang nach Syracus" auf Sizilien ankamen. So mancher Levantereisende fand sich nämlich plötzlich auf dem Sklavenmarkt von Tunis wieder, weil sein Schiff von tunesischen Korsaren gekapert wurde. Wenig bekannt ist auch die Tatsache, dass die jungen, gerade selbstständig gewordenen, USA es vorzogen, den nordafrikanischen Piraten einen Tribut zukommen zu lassen, damit ihre Schiffe verschont wurden.

Damit ist es heute glücklicherweise vorbei, und die modernen "Freibeuter", die Reisende zu Ausflügen auf den Spuren von Käpt´n Barbarossa mitnehmen, sind zwar furchterregend kostümiert, sollen aber laut Berichten von Reisenden sehr nett sein. Im Gegensatz zu ihren historischen Kollegen erfreuen sie sich auch einer weitaus größeren Beliebheit, und mit ihren "Lösegeldforderungen" sind sie jedenfalls deutlich bescheidener, als Barbarossa und Co.

 

Die Piratentour entlang der Küste kostet für 4 Personen etwa 70 Euro. Dabei ist ein Grillfest an Bord inbegriffen, und es empfiehlt sich für die Teilnehmer an der Piratentour, ihre Badesachen mitzubringen, denn es gibt bei der Tour entlang der malerischen Küste Tunesiens die einmalige Gelegenheit, sich im glasklaren und angenehm warmen Wasser eine Erfrischung zu gönnen.

 

 

 

Die "Piratenschiff Tour" sollten interessierte Reisende gleich als Tagesausflug planen, die Veranstalter lassen sich dabei immer wieder etwas Neues einfallen, und ein Reiz bei dieser "Adventure Tour" besteht darin, dass die Reisenden nie so ganz genau wissen, was sie von den "Piraten" zu erwarten haben, denn das Geheimnis wird natürlich nicht verraten. Es ist daher nicht allzu verwunderlich, dass die Piratenschiff Touren vor allem bei Kindern und Jugendlichen, aber nicht nur bei diesen, äußerst beliebt sind. Nicht selten lassen sich beim Ausflug Delfine aus nächster Nähe beobachten, die sich offenbar ebenfalls für die modernen "Piraten" interessieren und in großen Schulen dem Boot folgen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass es auch auf dem Mittelmeer rauhen Seegang geben kann und die Schiffe der "Piratenflotille" auch in Sichtweite der Küste noch verteufelt schaukeln können.

 

So manchem Süßwasserpiraten mag da das Vergnügen am Badespaß im Meer und dem Grillfest an Bord schon vergangen sein, und gerade kleineren Kindern sollte in Punkto Seegang nicht allzuviel zugemutet werden. Damit die geplante Piratenschiff Tour auch wirklich ein Erfolg wird, ist es durchaus empfehlenswert, vor Antritt des Ausflugs auf den Spuren der Piraten genau den Wetterbericht zu studieren. Bei schönem Wetter ist auch die Chance recht groß, beim Ausflug mit dem Piratenschiff von Delfinen begleitet zu werden.

 

 



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