|
Internationales Kulturzentrum - Hammmamet Tunesien
Etwa drei Kilometer von der Altstadt Hammamets entfernt, im südlichen
Hotel-und Strandbereich des gleichnamigen Golfs, liegt das
"Internationale Kulturzentrum" in der ehemaligen Villa des rumänischen
Millionärs George Sebastian und dessen amerikanischer Frau.
Die prächtige Villa und der umliegende, üppig bewachsene Park, in dem
mehr als dreihundert Pflanzenarten gezüchtet werden, entstanden in den
20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Entwerfen ließ Sebastian das
imposante Gebäude von einem siziliansichen Architekten. Zu dessen
Errichtigung beuaftragte er dann aber einen einheimischen
Bauunternehmer, der seinen Auftrag auf gelungene Weise ausführte.
Der Stil der Villa ist in klassischer andalusischer Form gehalten, die
auf phantasiereiche Weise von Art-Deco-Elementen ergänzt werden. Diese
Idee fand so großen Anklang in der Umgebung, dass er in der Folgezeit
von nicht wenigen Villenbesitzern am Golf von Hammamet nachgeahmt
wurde. Sogar einige der Hotels, die in den achtizger und neunziger
Jahren gebaut wurden, scheuten sich nicht, bei George Sebastinas Villa
ein wenig "abzuschauen." Noch heute gilt die Villa des Rumänen, in der
das Internationale Kulturzentrum untergebracht ist, als eine der
schönsten Gebäude Hammamets.
In den Jahren zwischen 1932 und 1962 veranstaltete das
amerikanisch-rumännische Millionärspaar zahlreiche Feste in der immer
bekannter werdenden Villa, zu denen auch so berühmte Künstler wie Paul
Klee oder André Gide geladen waren.
In den späten Fünfziger Jahren begann es ruhiger um George Sebastian zu
werden und 1962 wurde das Gebäude mitsamt seinem wunderschönen Park
durch den tunesischen Staat erworben und in ein Kulturzentrum
umgewandelt, das sowohl den klassichen, als auch den modernen Bereich
der darstellenden Kunst abdecken sollte. Dazu wurde 1964 ein neues
Amphietheater gebaut, das der französische Architekt Chemtov entworfen
seither als Freilichttheater dient.
Seither findet jedes Jahr im Juli/August das Internationale Festival
von Hammamet, das zu den wichtigsten kulturellen Veranstaltungen
Tunesiens zählt, im so enstandenen Kulturzentrum, mit seinem
traumhaften Ambiente, statt. Zu diesem Ereignis treffen sich Literaten
aus der ganzen Welt und geben Vorlesungen, Theater- und Musikgruppen
treten auf, Ballett- und Gesangsdarbeitungen werden aufgeführt. Aber
auch während des restlichen Jahres haben arabische und europäische
Schauspiel- oder Tanzgruppen die Möglichkeit im Internationalen
Kulturzentrum aufzutreten.
Besichtigungen des zauberhaften Parks, der Freiluftbühne und Teilen des
Wohnbereichs, sind täglich möglich. Immer noch gibt es das
arkadenumstandene Marmorschwimmbecken zu bestaunen und auch das
kostbare intarsiengeschmückte Mobiliar ist erhalten geblieben inklusive
einer der ersten erhältichen Kühlschränke, die Sebastians Frau extra
aus Amerika einfliegen ließ. Auch die riesige Badewanne aus grauem
Marmor ist sehenswert. Lebhaft kann sich der Besucher auch heute noch
vorstellen, dass dies einstmals ein Ort war, an dem sich die
internationale Prominenz "die Klinke in die Hand drückte."
|
|